Mit einem Vergleich kann in jeder Phase der rechtlichen Auseinandersetzung eine Einigung über strittige Punkte durch gegenseitiges Nachgeben erzielt werden. Der Vorteil eines Anwalts- oder Gerichtsvergleiches ist, dass dieser vollstreckungsfähig ist. Mit einem Vergleich kann insbesondere ein Prozessrisiko minimiert werden. Wird ein Prozessvergleich abgeschlossen, so ist auch mit Abschluss dieses Vergleiches der Prozess beendet.

Im Vergleich sollte bei einer Kündigungsschutzklage insbesondere aufgenommen werden, dass die Kündigung betriebsbedingt erfolgt. Der Vergleich hat zwar nur deklaratorische (nicht bindende) Wirkung für die Agentur für Arbeit. Jedoch wird die Agentur für Arbeit bei einem solchen Vergleich in der Regel keine Sperrzeit für den Bezug von Arbeitslosengeld verhängen.

In der Regel werden auch Zahlungen von Abfindungen in einem Vergleich einvernehmlich geregelt. Die Übernahme der vorgerichtlichen und gerichtlichen Rechtsanwaltsgebühren werden, in Unterschied zu sonstigen Vergleichen, in einem arbeitsrechtlichen Verfahren aufgrund des § 12a ArbGG nicht mit geregelt.

Bei den Vergleichsverhandlungen ist das Geschick des jeweiligen Rechtsanwalts gefragt. Insbesondere die Ermittlung der wirtschaftlichen Risiken für den Arbeitgeber (Verzugslohnanspruch und Ansprüche anderer Arbeitnehmer) und die Erfolgsaussichten einer Klage müssen berücksichtigt werden.

Typischerweise werden folgende Punkte vergleichsweise geregelt:

  1. Grund der Beendigung und Datum der Beendigung
  2. Nichtaufrechterhaltung von Vorwürfen bei einer ursprünglich verhaltensbedingte Kündigung zur Vermeidung einer Sperrzeit beim Bezug von Arbeitslosengeld
  3. Höhe der Abfindung nach §§ 9, 10 KSchG.
  4. Arbeitszeugnis, in der Regel mit der Note „gut“ bezogen auf Leistung und Verhalten
  5. Umgang mit sonstigen Forderungen
  6. Beendigung des Verfahrens und Umgang mit den Kosten